Die „Adjektivdeklination“ ist lernbar (2)

Meine Teilnehmer sind gewöhnlich erst dann von der Lernbarkeit der Adjektivdeklination überzeugt, wenn sie den Dativ – s. Teil 1 – geschafft haben. Man muss sie deshalb immer wieder auffordern, nach Dativpräpositionen (oder auch -verben) Nomengruppen mit Adjektiven zu verwenden, und man muss auch immer wieder Beispiele für die Nützlichkeit dieser Gruppen geben. Im Folgenden deshalb ein kleiner Text mit vielen solchen Konstruktionen. Zählen Sie doch mal, mit wie vielen.

Mit dem Fahrrad in den Wald

Mit meinem alten Fahrrad fahre ich nicht mehr so gerne durch die Stadt. Es ist mir einfach zu gefährlich geworden. Dafür geht’s an jedem schönen Sommerwochenende auf dem quietschenden alten Blechesel in den Wald.

An einem hübschen kleinen See nicht weit vom alten Wasserwerk – dem berühmten Teufelssee – stelle ich das Rad ab und entscheide, was besser passt: ein paar Stunden auf der einladenden Badewiese auf dem großen Badetuch liegen, mit einem guten Buch und einer lauwarmen Tasse Kaffee aus der alten Thermoskanne – oder doch lieber ein kleiner Dauerlauf durch die grüne Frische und anschließend ein, zwei Runden schwimmen im kühlen See?

Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Meistens entscheide ich mich für das Laufen. An einem wirklich warmen Wochenende ist auf der grünen Wiese in Seenähe sowieso kaum mehr ein Platz zu finden. Dann ist es auch zu laut, man kann sich nicht mehr auf die Lektüre konzentrieren. Im kühlen Wald dagegen, schon im geringen Abstand von einem halben Kilometer vom kühlen See, herrscht eine wunderbare Stille.

Auf dem weichen Waldboden schwebt man dahin wie auf einem freundlichen Wölkchen, wie im siebten Himmel. Nach einer halben oder einer Stunde bin ich zurück am idyllischen Teufelssee, und nach meiner obligatorischen Erfrischungsrunde im kühlen Nass fahre ich, meistens auf einem anderen Weg, wieder in die Stadt zurück. Am nächsten Tag habe ich manchmal Muskelkater.

Geben Sie den Text Lernpartnern zu lesen und vergleichen Sie, ob Sie auf die gleiche Zahl von Nomengruppen im Dativ mit Adjektiv kommen. Und analysieren Sie ein bisschen: Was ist Präposition, was ist Artikelwort, was ist Adjektiv? Sie könnten auch versuchen, den Text, oder Teile daraus, nach Stichwörtern zu rekonstruieren.

Und denken Sie an den Sinn der Übung: sie sollte die Häufigkeit und Nützlichkeit dieser besonders einfach zu bildenden Nomengruppen demonstrieren und auf diese Weise dazu motivieren, sie immer öfter auch beim freien Sprechen zu gebrauchen.

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