Deutschland und Amerika

Wie man früher in Deutschland die USA sah – und wie sich mit Trump alles geändert hat.

Ich kann mich, wie sicher viele Menschen, genau an den Moment erinnern, in dem ich von den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA erfahren habe. Ich war gerade aus der Schule nach Hause gekommen, saß mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette am Küchentisch und hörte in den Radio-Nachrichten von den Terrorattacken.

Ebenso gut erinnere ich mich an den nächsten Tag im Kurs. Meine jungen Chinesinnen und Chinesen, daneben ein Teilnehmer aus Syrien, waren ganz aus dem Häuschen vor Freude; am liebsten hätten sie auf den Tischen getanzt und Champagner verspritzt. Endlich hatten auch die Amis, die unbesiegbaren, mal eins draufgekriegt. (Später habe ich herausgefunden, dass viele junge Amerikahasser von dieser Sorte ein Jahr ihres Lebens für eine Greencard geben würden. Was ihr schäbiges Verhalten aber gar nicht besser macht.)

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Corona und der Erlkönig

Upgedatete Interpretation eines berühmten Gedichts.

Der Erlkönig von J. W. Goethe ist eines der bekanntesten deutschen Gedichte und – erfreulicherweise – zugleich eines der auch für Deutschlernende am einfachsten zu verstehenden. Man muss nur vorab ein bisschen seltenen oder veralteten Wortschatz klären und kann dann die TN selbständig mit dem Text arbeiten lassen. Der bietet sich für eine interessante Gruppenaufgabe an.

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Ist Hitler ein Held?

Wie denken die Deutschen heute über Hitler?

Als ich vor einigen Jahren in der VR China arbeitete, habe ich eine junge Chinesin kennengelernt, die für Korea schwärmte. I’m very fond of Corea, sagte sie, woraufhin ich eine Frage stellte, die meiner Gesprächspartnerin ziemlich seltsam erschienen sein muss. Ihnen aber, die Sie über junge Chinesen von heute so wenig wissen wie ich damals, vielleicht nicht. Oder hätten Sie gewusst, welcher der beiden koreanischen Staaten gemeint war? Nämlich?

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Was ist Aufklärung? (1)

Ein Schlüsselbegriff der westlichen Kultur.

Unter Kultur kann man ziemlich Verschiedenes verstehen. In Lehrwerktexten geht es gewöhnlich um die Alltagskultur, von Mittagsschlaf bis Internet, von Essgewohnheiten bis Erziehung, um alles, was uns im täglichen Leben an Sitten und Gebräuchen, an Regeln des Umgangs und Formen der Kommunikation begegnet. Um alles Mögliche, könnte man auch sagen.

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Spuk im Klassenzimmer

Wie man mit ansteckendem Irrationalismus fertig wird – im Klassenzimmer und anderswo.

Die „Wechselpräpositionen“ sind eigentlich kein sehr schwieriges Thema. Das Prinzip ist in ein paar Minuten erklärt. Bestimmte Präpositionen können je nach Funktion zwei Kasus haben: den Akkusativ, wenn sie zu einer Richtungsangabe (wohin?) gehören, den Dativ, wenn sie zu einer Ortsangabe (wo?) gehören. Ich hatte in zwanzig Jahren nie Schwierigkeiten, dem Kurs die Wechselpräpositionen zu erklären. Natürlich muss man dann viel üben, und es kann lange dauern, bis die richtigen Formen auch beim Sprechen schnell abrufbar sind. Aber wie gesagt: zu verstehen gibt es hier wirklich nicht viel.

Nur einmal, ein einziges Mal, war auch dieses Wenige noch zu viel.

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Was ist Fatalismus?

Der Mensch und die höheren Mächte

Fatalismus ist der Glaube, dass man gegen manche unangenehmen Dinge im Leben einfach nichts tun kann. Als Einzelner nicht, gemeinsam mit anderen nicht, als Menschheit nicht. Fatalismus ist der Glaube an die höhere Macht des Schicksals; und so heißt Schicksal nicht zufällig auf Lateinisch fatum.

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„Einen Unterschied machen“

Wörtliche Übersetzungen sind keine Übersetzungen – nicht mal, wenn sie von einem Bundesminister stammen.

Wenn Sie des Englischen mächtig sind, kennen Sie sicher auch den häufig verwendeten Ausdruck to make a difference; und wenn Sie im Deutschen schon fortgeschritten sind, ist Ihnen vielleicht auch die korrekte Übersetzung bekannt: etwas bewirken oder etwas erreichen, oder kontextabhängig auch andere Ausdrücke.

Wenn du als Politiker etwas bewirken / erreichen willst, musst du die Menschen für deine Ideen gewinnen. (If you want to make a difference … )

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Trump und Tunesien

Gibt es eine „moralische Anlage“ im Menschengeschlecht?

Es kommt nicht oft vor, dass ein DaF-Kurs mit der gleichen Zahl von Teilnehmern über die Ziellinie geht, mit der er begonnen hatte. Unterwegs verliert mancher die Lust oder muss aus irgendwelchen Gründen umdisponieren. Aber dass man auf halbem Weg mit nur noch einer Teilnehmerin dasitzt, passiert auch nicht oft. Ich weiß nicht mehr, wie es in meinem Kurs im Herbst 2010 zu einem solchen Schwund gekommen war. An die verbleibende Teilnehmerin erinnere ich mich dafür umso besser, und nicht nur, weil sie zwangsläufig im Zentrum meiner Aufmerksamkeit und Zuwendung stand.

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Textarbeit

Wie man aus Texten das Beste macht.

Was tun Sie, wenn Sie einen Text gelesen und vielleicht die Fragen dazu beantwortet haben? Sicher dasselbe wie die meisten Deutschlernenden, nämlich das Buch zuklappen und den Text, mit allen Fragen und neuen Wörtern, so schnell wie möglich wieder vergessen. Wenn Sie das für den einzig angemessenen Umgang mit Lesetexten halten, brauchen Sie den Rest dieses Artikels nicht zu lesen; bzw. sollten Sie unbedingt den Rest dieses Artikels lesen – je nachdem, ob Sie sich „eines Besseren belehren“ lassen wollen – oder nicht.

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Warum (nicht) Europa? (2)

Die schöne Europa und was noch folgte.

„Warum Europa?“ ist also ein Buchtitel, mit Untertitel: „Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs“. Aber die Frage lässt sich auch anders komplettieren, z.B.: „Warum heißt Europa Europa?“ Die Antwort, das haben wir schon angedeutet, findet man im Nahen Osten.

Europa war nämlich der Name einer schönen Prinzessin aus dem alten Phönizien. Sie war eins der vielen Opfer des griechischen Göttervaters Zeus. Der sah sie am Strand, verliebte sich in sie und verwandelte sich listigerweise in einen schönen Stier. Europa sah den Stier, verlor bald ihre Furcht, setzte sich sogar auf seinen Rücken. Der Stier entführte sie, durchs Meer schwimmend, nach Kreta, wo sie dann „eine Familie gründeten“. Jedenfalls bekam Europa ein paar Kinder vom Obergott.

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